Beitrag vom 18. Mai 2026

Funkenflug auf Halles Leuchtturm! Oberbürgermeister Vogt besucht gestarteten Rückbau auf dem RAW

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Alle Fotos: Maximilian Metz

Auf dem RAW-Gelände in Halle (Saale) haben die vorbereitenden Rückbauarbeiten für die weiteren Schadstoffuntersuchungen begonnen. Gemeinsam mit Robert Weber, Geschäftsführer der von der Stadt mit dem RAW betrauten Entwicklungsgesellschaft EgIG, informierte sich Oberbürgermeister Dr. Alexander Vogt vergangenen Mittwoch vor Ort über den aktuellen Stand der Arbeiten und die nächsten Schritte der Altlastensanierung.

Mit dem kontrollierten Rückbau der ersten Hallendächer beginnt auf dem rund 20 Hektar großen Areal des ehemaligen Reichsbahnausbesserungswerkes (RAW) nahe des Hauptbahnhofs sichtbar die nächste Entwicklungsphase eines der wichtigsten Stadtentwicklungsprojekte Halles.

Vor der ersten Halle erläutert Robert Weber die technischen Abläufe der kommenden Monate: „Der Dachrückbau ist Voraussetzung dafür, dass Spezialfirmen mit Bohrtechnik in die historischen Hallen gelangen können, um die Belastung des Untergrunds umfassend zu untersuchen.“

Im Fokus stehen dabei insbesondere Belastungen durch Trichlorethylen (TRI) aus der früheren industriellen Nutzung des Standortes. TRI ist ein starkes Lösungsmittel, das insbesondere zur Metallreinigung sowie als Lösemittel in industriellen Prozessen eingesetzt wurde. Über Jahrzehnte konnten die Stoffe auf dem Gelände in den Untergrund gelangen und belasten heute Teile des Areals.

Parallel zum Rückbau der Hallendächer bereiten Fachunternehmen die nächsten Tiefenbohrungen im Inneren der Hallen vor. Die dabei gewonnenen Daten sollen genaue Erkenntnisse über Umfang und Verlauf der Schadstoffbelastungen liefern. Auf dieser Grundlage entsteht anschließend das technische Konzept für die spätere Altlastensanierung des Gesamtareals. Eine viele Meter tiefe Dichtwand soll in den Boden eingearbeitet werden, um die Schadstoffe im Boden dauerhaft einzukapseln.

Die Arbeiten auf dem Areal gelten als besonders anspruchsvoll: die historischen Hallen sind einsturzgefährdet und können nur unter hohen Sicherheitsvorkehrungen bearbeitet werden. Aufgrund der Gefährdungslage hat das Bundeseisenbahnvermögen als Haupteigentümerin des Geländes die Verkehrssicherungspflicht für die Hallen zeitweise auf die städtische Gesellschaft übertragen.

Leuchtturmprojekt des Strukturwandels

Das ehemalige RAW zählt zu den bedeutendsten Transformationsflächen Mitteldeutschlands. Auf dem rund 200.000 Quadratmeter großen Areal soll in den kommenden Jahren ein neues urbanes Stadtquartier entstehen – mit Raum für technologieorientierte Unternehmen, Forschung, Dienstleistungen, modernes Wohnen und neue Arbeitswelten.

Oberbürgermeister Dr. Alexander Vogt:

„Die Revitalisierung des ehemaligen RAW-Geländes ist eines der zentralen Zukunftsprojekte unserer Stadt. Vor Ort wird deutlich, mit welchem erheblichen technischen und organisatorischen Aufwand die Stadt und ihre Partner Voraussetzungen schaffen, um dieses historische Areal langfristig zu einen Hotspot zu entwickeln – für zukunftsfähige Arbeitsplätze und nachhaltige Impulse zur wirtschaftlichen Stärkung der Stadt insgesamt.“

Die Lage des Geländes unmittelbar am Hauptbahnhof und in direkter Nachbarschaft zum Zukunftszentrum für Deutsche Einheit und Europäische Transformation gilt dabei als besonderer Standortvorteil. Perspektivisch soll das RAW zu einem modernen Innovations- und Wissensquartier entwickelt werden. Geplant sind Flächen für Unternehmen aus den Bereichen Digitalisierung, IT, Forschung und moderne Dienstleistungen.

Für die Revitalisierung und infrastrukturelle Entwicklung des Areals stehen umfangreiche Strukturwandelmittel zur Verfügung. Das RAW-Projekt gilt als eines der größten und bedeutendsten Leuchtturmvorhaben des Strukturwandels in Sachsen-Anhalt.

Interessenbekundung

Revitalisierung RAW

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