Beitrag vom 10. November 2025
Novartis investiert in Halle (Saale): Neue Produktionsstätte für Radioligandentherapie entsteht
- Thema: Investition
- Verfasst von Max Metz
Das internationale Pharmaunternehmen Novartis investiert mehrere Millionen Euro in den Aufbau einer hochmodernen Produktionsstätte für Radioligandentherapien (RLT) – eine Schlüsseltechnologie der modernen Krebsbehandlung. Die Produktion soll 2027 beginnen. Damit gewinnt Halle (Saale) weiter an Bedeutung als Zentrum für medizinische Spitzenforschung und industrielle Wertschöpfung in Sachsen-Anhalt.
Technologie der Zukunft in optimaler Lage
Der neue Standort entsteht in der Weststraße im Süden der Stadt. Mit einem Investitionsvolumen von 37 Millionen Euro richtet Novartis dort eine Produktionsstätte ein, die zunächst 25 Dauerarbeitsplätze umfasst, aber weiter wachsen soll. Die Anlage wird eine halbautomatische Produktionslinie für Radioligandentherapien beinhalten und bietet von Beginn an Erweiterungsmöglichkeiten für künftige Fertigungsschritte. Durch die Lage in der Weststraße, mit Anbindung an den Flughafen Leipzig/Halle und an die medizinischen Forschungszentren Mitteldeutschlands, bestehen günstige logistische Voraussetzungen.
Radioligandentherapie gilt als Meilenstein der personalisierten Onkologie: Sie kombiniert radioaktive Isotope mit zielgerichteten Liganden, die Krebszellen präzise aufspüren und zerstören, während gesundes Gewebe weitgehend geschont wird.
Novartis ist derzeit das einzige Unternehmen, das in Deutschland zwei zugelassene Radioligandentherapien zur Behandlung fortgeschrittener Krebserkrankungen anbietet und arbeitet weltweit daran, diese Technologie auf weitere Krebsarten – etwa Brust-, Darm-, Lungen- und Bauchspeicheldrüsenkrebs – auszuweiten.
„Deutschland verfügt über gewachsene Strukturen und exzellente Expertise im Bereich der Radioligandentherapie – ein klarer Standortvorteil in einem hochinnovativen Feld“, betonte Manfred Heinzer, Vorsitzender der Geschäftsführung von Novartis Deutschland. „Das Investment von Novartis an diesem Standort verdeutlicht: Wo Innovationen wertgeschätzt und gezielt gefördert werden, entstehen Investitionen, Wertschöpfung und Fortschritt – zum Nutzen des Wirtschaftsstandorts und der Versorgung schwerkranker Menschen in Deutschland.“
Halle überzeugt als Standort mit kurzen Wegen
„Halle (Saale) ist ein Coup gelungen. Die Standortentscheidung von Novartis zeigt: Die Stadt ist für Investoren hoch attraktiv. Wir haben erneut geliefert und einen sehr guten Job gemacht. Die harten und weichen Standortfaktoren hier in Halle (Saale) sprechen für sich. Sie sind ideal und passgenau. Die Stadt hat gemeinsam mit ihren Partnern beharrlich, zielorientiert und erfolgreich gearbeitet. Nicht zuletzt haben kompetente Ansprechpartner, kurze Wege und schnelle Entscheidungen Novartis überzeugt, nach Halle (Saale) zu kommen. Darauf sind wir stolz.
Die Novartis-Ansiedlung stärkt den Technologie-Standort Halle (Saale), setzt Impulse für weitere Ansiedlungen und macht deutlich: Halle (Saale) wird seinem ausgezeichneten Ruf als Wissenschafts- und Forschungsstandort im Süden Sachsen-Anhalts, in der Mitteldeutschen Metropolregion und darüber hinaus einmal mehr gerecht“, erklärte Dr. Alexander Vogt, Oberbürgermeister der Stadt Halle (Saale).
Er hob zudem hervor, dass es sich bei der Ansiedlung um eine Produktionsstätte handle:
„Es geht um Wertschöpfung, um industrielle Substanz, um Zukunft. ‚Made in Halle (Saale)‘ steht hier künftig für medizinische Innovation und Hightech-Produktion.“
„Wir sind stolz darauf, dass sich Novartis für Sachsen-Anhalt entschieden hat. Das stärkt nicht nur unseren Gesundheitssektor, sondern auch das Vertrauen in die Innovationsfähigkeit unseres Landes“, erklärte Sven Schulze, Minister für Wirtschaft, Tourismus, Landwirtschaft und Forsten des Landes Sachsen-Anhalt.
Auch der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesministerium für Gesundheit, Tino Sorge, hob die Bedeutung der Investition hervor: „In Zukunft wird in Sachsen-Anhalt an vorderster Stelle gegen den Krebs gekämpft. Der heutige Tag ist ein Lichtblick für unser Gesundheitswesen und die Forschung. Der große Gewinner sind die Patientinnen und Patienten. Wirtschaft, Wissenschaft und Politik ziehen an einem Strang.“


Teil eines wachsenden Life-Sciences-Clusters
Die Ansiedlung von Novartis reiht sich in eine Serie internationaler Investitionen in der Pharma- und Biotechnologiebranche am Standort Halle (Saale) ein. Bereits 2024 hatte die Wacker Biotech GmbH ihr mRNA-Kompetenzzentrum im Technologie- und Gründerzentrum auf dem Weinberg Campus eröffnet – ein weiteres Beispiel für die konsequente Stärkung der Life-Sciences-Region Sachsen-Anhalt.
Mit der Entscheidung von Novartis entsteht nun ein weiterer Baustein in der regionalen Zukunftsstrategie, die Forschung, Industrie und Gesundheitswirtschaft enger miteinander verknüpft.
Weitere Informationen:
www.novartis.de
